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Schloss Lustheim
Max Emanuel nahm das Alte Schloss als Ausgangspunkt für eine große Parkanlage, die er im Gegensatz zu anderen Anlagen in Richtung Osten anlegte. Der Grund dafür dürften die westlich des Alten Schlosses gelegenen Gutshöfe gewesen sein, die er nicht zerstören wollte. In diesem Park begann Max Emanuel, der auch den Ausbau der Münchener Stadtresidenz und von Schloss Nymphenburg beauftragte, sein frühestes Bauvorhaben: das Jagd- und Gartenschloss Lustheim.
Die Mittelachse des langgestreckten Parks führt zum Mittelpavillon der Lustheimer Schlossanlage, der von einem südlichen und einem nördlichen Pavillon flankiert wird. Der Erbauer von Schloss Lustheim ist der um 1642 in Roveredo geborene Enrico Zuccalli.
Die Bauarbeiten wurden am 6.Mai 1684 begonnen. Zuerst musste die Renatuskapelle "auf dem Klösterfelde", die Herzog Wilhelm V erbauen ließ, abgerissen werden. Sie wurde im südlichen Pavillon in anderer Form wiedererrichtet und war bereits 1685 fertiggestellt. Die Bauarbeiten am Schloss gingen anscheinend sehr schnell voran, denn schon am 19.Oktober 1684 wurde die Freskierung bei drei Handwerkern beauftragt. Die schönsten Fresken stammen von Francesco Rosa. Am 1.Dezember 1687 ging dann die letzte Rechnung des Freskanten Giovanni Trubillio ein. Im Frühjahr 1689 waren die Bauarbeiten vermutlich abgeschlossen, da bereits am 9.Februar 1690 eine große Galatafel von Max Emanuel zu Ehren seines Schwiegervaters, Kaiser Leopold, stattfand.
Schloss Lustheim war wie ähnliche Bauten an den großen Europäischen Höfen nicht als ständige Wohnung gedacht. Es diente vielmehr besonderen Anlässen wie z.B. Jagdfesten oder Empfängen.
Heute beherbergt das Schloss Lustheim die größte Sammlung von Meißener Prozellan außerhalb Dresdens. Sie wurde dem Freistaat Bayern von dem Industriellen Ernst Schneider gestiftet.
Fotos mit freundlicher Genehmigung vom Bayerischen Nationalmuseum übernommen









